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Infografik zum Vergleich der Hüftbildgebung mit axialer Aufnahme nach Lauenstein, axialer Aufnahme nach Sven Johansson und Computertomographie (CT) mit Indikationen, Lagerung, Vorteilen und Strahlenexposition.

Hüftgelenk axial: Lauenstein oder Johansson?

Die Bezeichnung „Hüftgelenk axial“ ist nicht eindeutig. Je nach klinischer Fragestellung kann damit eine Aufnahme nach Lauenstein oder eine axiale Traumaprojektion nach Sven Johansson gemeint sein. Beide Verfahren zeigen das Hüftgelenk in einer zweiten Ebene, unterscheiden sich jedoch grundlegend hinsichtlich Lagerung, Indikation und diagnostischem Nutzen.

Für Hausärztinnen und Hausärzte, Radiologie-Fachpersonen, medizinische Praxisassistentinnen sowie Ärztinnen und Ärzte in radiologischer Weiterbildung ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Eine Lauenstein-Aufnahme ist bei vielen elektiven orthopädischen Fragestellungen hilfreich, erfordert jedoch eine deutliche Bewegung des Hüftgelenks. Bei Verdacht auf eine akute Fraktur oder Luxation ist deshalb in der Regel eine Projektion mit horizontalem Strahlengang angezeigt, bei der das betroffene Bein möglichst nicht bewegt wird.

Merksatz: Lauenstein ist primär eine elektive orthopädische Froschbeinprojektion. Sven Johansson ist eine axiale Traumaprojektion mit horizontalem Strahlengang.

Warum wird das Hüftgelenk in einer zweiten Ebene geröntgt?

Eine a.-p. Aufnahme des Beckens oder des Hüftgelenks bildet Femurkopf, Schenkelhals und Trochanterregion nur in einer Projektion ab. Frakturen, Formveränderungen oder Konturunregelmässigkeiten können durch Überlagerungen verdeckt werden oder in ihrer räumlichen Ausdehnung schwer einzuschätzen sein.

Die axiale oder laterale Projektion ergänzt die a.-p. Aufnahme und ermöglicht insbesondere die Beurteilung folgender Strukturen:

  • Femurkopf und Kopf-Hals-Übergang
  • ventrale und dorsale Kontur des Schenkelhalses
  • Stellung des Femurkopfes zum Schenkelhals
  • Epiphysenfuge bei Kindern und Jugendlichen
  • Schenkelhals und Trochanterregion bei Frakturen
  • Stellung des Femurkopfes im Acetabulum
  • Dislokation und Verlauf von Frakturlinien

Welche zweite Ebene gewählt wird, hängt daher nicht nur von der darzustellenden Anatomie, sondern vor allem von der klinischen Situation ab.

Hüftgelenk axial nach Lauenstein

Die Aufnahme nach Lauenstein wird häufig als Froschbeinaufnahme oder frog-leg lateral view bezeichnet. Das zu untersuchende Hüftgelenk wird flektiert, abduziert und aussenrotiert. Die genaue Lagerung kann abhängig von der verwendeten Einstelltechnik und der klinischen Fragestellung variieren.

Durch diese Position wird der Schenkelhals gegenüber der a.-p. Projektion besser aufgedeckt. Femurkopf, Epiphysenregion und Kopf-Hals-Übergang lassen sich in einer zusätzlichen Projektion beurteilen. Die Aufnahme eignet sich daher insbesondere für elektive orthopädische und pädiatrische Fragestellungen.

Typische Indikationen der Lauenstein-Aufnahme

  • Morbus Perthes und Verlaufskontrollen
  • Epiphysiolysis capitis femoris bei klinisch stabiler Situation
  • Beurteilung des femoralen Kopf-Hals-Übergangs
  • Cam-Morphologie und andere Formvarianten des proximalen Femurs
  • Beurteilung der Form und Kontur des Femurkopfes
  • Beurteilung der Gelenkkongruenz
  • Verlaufskontrollen bekannter Erkrankungen des Femurkopfes

Welche Strukturen sind typisch sichtbar?

Bei einer Lauenstein-Aufnahme ist das Foramen obturatum häufig grossflächig und deutlich erkennbar. Der Femurschaft verläuft aufgrund der Abduktion seitlich aus dem Bild, während der proximale Femur in Froschbeinstellung dargestellt wird. Der Schenkelhals erscheint gegenüber der a.-p. Projektion deutlich weniger verkürzt.

Die Darstellung des Foramen obturatum ist jedoch kein absolut sicheres Einzelkriterium. Sein Erscheinungsbild wird zusätzlich durch Beckenkippung, Rotation, Zentrierung, Einblendung und individuelle Anatomie beeinflusst.

Warum ist Lauenstein bei akutem Frakturverdacht ungeeignet?

Für eine Lauenstein-Aufnahme muss das betroffene Hüftgelenk flektiert, abduziert und aussenrotiert werden. Bei einer frischen Schenkelhalsfraktur, pertrochantären Fraktur oder Hüftluxation kann diese Bewegung erhebliche Schmerzen verursachen. Bei einer instabilen Verletzung besteht ausserdem die Gefahr, eine vorhandene Dislokation zu verstärken.

Wichtig: Bei Verdacht auf eine akute proximale Femurfraktur, Hüftluxation oder Luxationsfraktur sollte keine forcierte Froschbeinlagerung erfolgen.

Besonderheit bei der Epiphysiolysis capitis femoris

Die Froschbeinaufnahme kann bei einer stabilen Epiphysiolysis capitis femoris eine diskrete Verschiebung der Epiphyse sichtbar machen, die in der a.-p. Projektion möglicherweise nur schwer zu erkennen ist. Bei klinischen Zeichen einer instabilen Epiphysiolyse darf das betroffene Hüftgelenk jedoch nicht unkritisch in eine Froschbeinstellung gebracht werden. Eine forcierte Bewegung ist zu vermeiden und die Projektion muss an die klinische Stabilität angepasst werden.

Hüftgelenk axial nach Sven Johansson

Die Aufnahme nach Sven Johansson entspricht einer axialen Projektion mit horizontalem Strahlengang. Im englischsprachigen Raum wird häufig die Bezeichnung cross-table lateral view oder horizontal-beam lateral view verwendet.

Das betroffene Bein bleibt weitgehend gestreckt und möglichst unbewegt. Das nicht verletzte Bein wird angehoben oder flektiert, damit Strahlengang und Detektor seitlich an die zu untersuchende Hüfte herangeführt werden können. Dadurch kann eine zweite Ebene des proximalen Femurs angefertigt werden, ohne die verletzte Hüfte in eine ausgeprägte Flexion, Abduktion oder Aussenrotation zu bringen.

Typische Indikationen nach Sven Johansson

  • Verdacht auf Schenkelhalsfraktur
  • pertrochantäre oder subtrochantäre Fraktur
  • Beurteilung der Frakturstellung in einer zweiten Ebene
  • Hüftluxation
  • Kontrolle nach Reposition einer Hüftluxation
  • Hüftkopffraktur
  • Luxationsfraktur
  • postoperative Verlaufskontrolle

Vorteile der Sven-Johansson-Aufnahme

Der entscheidende Vorteil besteht darin, dass die möglicherweise verletzte Hüfte nicht wesentlich bewegt werden muss. Die Projektion eignet sich deshalb für die akute Traumadiagnostik und ermöglicht die Beurteilung von Schenkelhals, Trochanterregion und Frakturdislokation in einer zweiten Ebene.

Technische Grenzen

Die Sven-Johansson-Aufnahme ist technisch anspruchsvoller als eine Froschbeinaufnahme. Der Strahlengang verläuft durch eine vergleichsweise grosse Weichteildicke. Bei adipösen Patientinnen und Patienten können höhere Expositionsparameter und der Einsatz eines Rasters erforderlich sein.

Eine unzureichende Anhebung des nicht betroffenen Beins, eine ungünstige Detektorposition oder eine fehlerhafte Zentrierung können dazu führen, dass der Schenkelhals nicht vollständig dargestellt wird. Auch die Überlagerung durch die kontralaterale Extremität kann die Beurteilbarkeit einschränken.

Wie unterscheiden sich Lauenstein und Sven Johansson im Röntgenbild?

Die sicherste Zuordnung ergibt sich aus der dokumentierten Lagerung und der Aufnahmetechnik. Anhand der sichtbaren Anatomie ist jedoch meist eine gute Einordnung möglich.

Kriterium Lauenstein Sven Johansson
Stellung des Hüftgelenks Flexion, Abduktion und Aussenrotation Betroffene Hüfte weitgehend gestreckt und möglichst unbewegt
Femurschaft Seitlich abduziert, typische Froschbeinstellung Verläuft annähernd in neutraler Längsachse
Strahlengang An die Froschbeinlagerung angepasste Projektion Horizontaler Strahlengang
Foramen obturatum Häufig grossflächig sichtbar Häufig weniger vollständig dargestellt
Sitzbeinregion Weniger dominant Tuber ischiadicum und Sitzbeinregion häufig prominenter
Sicheres Einzelzeichen Nein. Die Gesamtkonfiguration und die dokumentierte Lagerung sind entscheidend.
Tabelle 1: Praktische Röntgenkriterien zur Unterscheidung der beiden Projektionen.

Lauenstein und Sven Johansson im direkten Vergleich

Merkmal Lauenstein Sven Johansson
Primäres Einsatzgebiet Elektive orthopädische und pädiatrische Diagnostik Akute Traumadiagnostik
Lagerung Hüfte flektiert, abduziert und aussenrotiert Verletzte Hüfte möglichst gestreckt und unbewegt
Besonders gut beurteilbar Femurkopf, Epiphysenregion und Kopf-Hals-Übergang Schenkelhals, Trochanterregion und Frakturdislokation
Wichtigster Vorteil Gute Darstellung des proximalen Femurs bei elektiven Fragestellungen Keine wesentliche Bewegung der verletzten Hüfte erforderlich
Wichtigste Einschränkung Nicht für akute Fraktur- oder Luxationsfragestellungen geeignet Technisch anspruchsvoller und stärker von der Weichteildicke abhängig
Typische Patientengruppe Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne akutes Trauma Patientinnen und Patienten nach Trauma oder mit akutem Frakturverdacht
Tabelle 2: Klinische und technische Unterschiede zwischen Lauenstein und Sven Johansson.

Wann reicht das konventionelle Röntgen aus?

Die konventionelle Radiographie bleibt bei vielen Erkrankungen und Verletzungen des Hüftgelenks die geeignete Basisdiagnostik. Sie ist rasch verfügbar, zeigt die knöcherne Anatomie in standardisierten Projektionen und ermöglicht vergleichbare Verlaufskontrollen.

Typische Fragestellungen für das Röntgen sind:

  • Coxarthrose
  • Hüftdysplasie
  • knöcherne Formvarianten des proximalen Femurs
  • Morbus Perthes
  • Epiphysiolysis capitis femoris
  • offensichtliche proximale Femurfrakturen
  • Hüftluxationen
  • postoperative Verlaufskontrollen

Bei akutem Hüftschmerz nach einem Trauma ist die konventionelle Radiographie in der Regel die initiale Bildgebung. Bleiben die Aufnahmen negativ oder nicht eindeutig, obwohl klinisch weiterhin ein begründeter Frakturverdacht besteht, ist eine weiterführende Schnittbilddiagnostik erforderlich.

Wann ist eine Computertomographie sinnvoll?

Die Computertomographie ermöglicht eine überlagerungsfreie Darstellung der kortikalen Knochenstrukturen. Multiplanare Rekonstruktionen zeigen Frakturlinien, Stufenbildungen, Impressionen und knöcherne Fragmente wesentlich detaillierter als konventionelle Röntgenaufnahmen.

Typische CT-Indikationen

  • komplexe Azetabulumfraktur
  • Hüftkopf- oder Luxationsfraktur
  • unklare Frakturmorphologie im Röntgenbild
  • präoperative Planung
  • Beurteilung intraartikulärer Fragmente
  • Kontrolle nach Reposition einer traumatischen Hüftluxation
  • Verdacht auf eine okkulte Fraktur, wenn eine MRI nicht zeitnah verfügbar oder kontraindiziert ist

Eine eindeutig erkennbare, unkomplizierte proximale Femurfraktur benötigt nicht in jedem Fall eine zusätzliche CT. Die Untersuchung sollte durchgeführt werden, wenn das Ergebnis die Klassifikation, Therapieentscheidung oder Operationsplanung beeinflusst.

Wann ist eine MRI die bessere Alternative?

Die MRI arbeitet ohne ionisierende Strahlung und zeigt neben der Kortikalis auch Knochenmark, Knorpel, Labrum, Gelenkerguss, Muskeln, Sehnen und periartikuläre Weichteile. Sie ist besonders wertvoll, wenn die Röntgenaufnahmen die klinischen Beschwerden nicht ausreichend erklären.

Typische MRI-Indikationen

  • radiologisch okkulte Schenkelhalsfraktur
  • Insuffizienz- oder Stressfraktur
  • frühe Hüftkopfnekrose
  • Knochenmarködem oder Stressreaktion
  • Labrum- und Knorpelschäden
  • Sehnen- und Muskelverletzungen
  • unklare Hüftschmerzen bei unauffälligem Röntgenbefund
  • entzündliche oder infektiöse Veränderungen

Bei einer frühen Hüftkopfnekrose können sowohl die a.-p. als auch die axiale Röntgenaufnahme noch unauffällig sein. Besteht klinisch ein begründeter Verdacht, darf deshalb aus einem normalen Röntgenbefund keine sichere Entwarnung abgeleitet werden. Die MRI ist für die Erkennung früher Veränderungen deutlich empfindlicher.

Welche Untersuchung bei welcher Fragestellung?

Fragestellung Initiale Bildgebung Weiterführende Bildgebung
Coxarthrose Becken oder Hüfte a.-p., je nach Fragestellung ergänzt durch eine zweite Ebene MRI bei unklaren Beschwerden oder vermuteter Weichteilpathologie
Morbus Perthes Becken a.-p. und standardisierte Froschbeinaufnahme MRI bei früher Erkrankung oder spezieller Fragestellung
Epiphysiolysis capitis femoris Becken a.-p. und geeignete seitliche Projektion unter Berücksichtigung der klinischen Stabilität MRI bei klinischem Verdacht und noch unauffälligem Röntgenbild
Cam-Morphologie Standardisierte Röntgenprojektionen einschliesslich einer geeigneten axialen oder schrägen Aufnahme MRI oder CT bei komplexer morphologischer oder präoperativer Fragestellung
Akute proximale Femurfraktur Becken oder Hüfte a.-p. und Sven Johansson beziehungsweise Cross-table lateral CT oder MRI bei negativem oder unklarem Röntgenbefund
Azetabulumfraktur Beckenübersicht und gegebenenfalls gezielte Zusatzprojektionen CT zur Beurteilung der Frakturmorphologie und Therapieplanung
Hüftluxation Röntgen ohne unnötige Bewegung der verletzten Hüfte CT nach Reposition bei Verdacht auf Fraktur oder intraartikuläre Fragmente
Okkulte Fraktur Konventionelles Röntgen MRI bevorzugt; CT als rasch verfügbare Alternative
Frühe Hüftkopfnekrose Röntgen als Basisuntersuchung MRI
Tabelle 3: Auswahl des geeigneten bildgebenden Verfahrens anhand der klinischen Fragestellung.

Strahlenexposition der verschiedenen Verfahren

In älteren Lehrbüchern zur Röntgeneinstelltechnik finden sich für einzelne Hüftprojektionen teilweise effektive Dosen von etwa 1 bis über 2 mSv. Solche Werte lassen sich nicht direkt auf moderne digitale Röntgensysteme übertragen. Detektortechnik, Belichtungsautomatik, Filterung, Raster, Einblendung und Methoden der Dosisberechnung haben sich erheblich verändert.

Auch aktuelle Publikationen zeigen keine universell gültige Dosis für eine bestimmte Projektion. Die individuelle Exposition hängt unter anderem von Patientendicke, Gerät, Aufnahmetechnik, Einblendung, Rastereinsatz und der Notwendigkeit von Wiederholungsaufnahmen ab.

Eine 2024 publizierte Untersuchung aus einem spezialisierten Zentrum berichtete bei den einzelnen Hüftprojektionen mittlere effektive Dosen von ungefähr 0,02 bis 0,03 mSv. Die Autoren dokumentierten für die gesamte untersuchte Gruppe einzelner Hüftröntgenaufnahmen jedoch eine Spannweite von 0,03 bis 0,83 mSv. Eine andere Untersuchung ermittelte für die Cross-table-Projektion eine mittlere effektive Dosis von 0,83 mSv und für eine einzelne Froschbeinaufnahme 0,22 mSv.

Untersuchung Publizierte Grössenordnung Praktische Einordnung
Hüfte a.-p. Bei moderner Technik häufig wenige Hundertstel bis wenige Zehntel mSv Die Dosis hängt unter anderem von Feldgrösse, Patientendicke und Aufnahmetechnik ab
Lauenstein beziehungsweise Frog-leg lateral In publizierten Untersuchungen etwa 0,03 bis 0,22 mSv als Mittelwert unterschiedlicher Kollektive Bei moderner optimierter Technik häufig niedrige Exposition
Sven Johansson beziehungsweise Cross-table lateral In publizierten Untersuchungen etwa 0,03 bis 0,83 mSv als Mittelwert unterschiedlicher Kollektive Stark abhängig von Weichteildicke, Raster, Belichtungsparametern und Wiederholungsaufnahmen
Low-dose-CT der Hüfte Je nach Protokoll etwa 0,2 bis 3 mSv Moderne Ultra-low-dose-Protokolle können die Exposition deutlich reduzieren
Konventionelle CT der Hüfte oder des Beckens Je nach Scanlänge und Protokoll mehrere mSv möglich Höhere Exposition als bei einzelnen Röntgenaufnahmen, aber wesentlich höherer Informationsgehalt bei komplexen Frakturen
MRI 0 mSv Keine ionisierende Strahlung
Tabelle 4: Publizierte Grössenordnungen der effektiven Dosis. Die Werte sind Orientierungswerte und keine diagnostischen Referenzwerte.

Die genannten Werte dürfen nicht als feste Dosisangaben für eine einzelne Patientin oder einen einzelnen Patienten verstanden werden. Für die lokale Qualitätssicherung sind insbesondere das dokumentierte Dosisflächenprodukt, die verwendeten Expositionsparameter und die geltenden diagnostischen Referenzwerte massgebend.

Warum kann Sven Johansson dosisintensiver sein?

  • längerer Strahlenweg durch die Weichteile
  • häufig erforderlicher Rastereinsatz
  • höhere Expositionsparameter bei grosser Weichteildicke
  • technisch anspruchsvollere Zentrierung
  • mögliche Wiederholungsaufnahmen bei unzureichender Bildqualität

Bei sorgfältig optimierter moderner digitaler Technik muss die Cross-table-Aufnahme jedoch nicht zwangsläufig wesentlich dosisintensiver als eine Froschbeinaufnahme sein. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Projektionen liegt primär in der Indikation und in der Lagerung, nicht in einem konstanten Dosisfaktor.

Typische Fehler im klinischen Alltag

  • Bei akutem Frakturverdacht unkritisch eine Lauenstein-Aufnahme anzufordern
  • Den Sammelbegriff „Hüftgelenk axial“ ohne klinische Fragestellung zu verwenden
  • Eine okkulte Schenkelhalsfraktur aufgrund eines unauffälligen Röntgenbefunds auszuschliessen
  • Bei fortbestehendem klinischem Frakturverdacht keine CT oder MRI zu veranlassen
  • Bei Verdacht auf eine frühe Hüftkopfnekrose allein auf das Röntgen zu vertrauen
  • Bei komplexer Azetabulum- oder Hüftkopffraktur auf eine CT zu verzichten
  • Bei möglicherweise instabiler Epiphysiolyse eine forcierte Froschbeinlagerung durchzuführen
  • Das sichtbare Foramen obturatum oder Tuber ischiadicum als allein sicheres Zuordnungskriterium zu betrachten

Praktische Empfehlung für die Anmeldung

Eine präzise klinische Fragestellung erleichtert der Radiologie-Fachperson die Wahl der geeigneten Projektion. Statt lediglich „Hüfte axial“ anzufordern, sollte die Anmeldung den klinischen Kontext und insbesondere einen möglichen Traumamechanismus enthalten.

Beispiel einer elektiven Fragestellung: Seit mehreren Monaten belastungsabhängige Hüftschmerzen. Verdacht auf Cam-Morphologie. Beurteilung des femoralen Kopf-Hals-Übergangs.

Beispiel einer traumatologischen Fragestellung: Sturz auf die rechte Hüfte, Belastung nicht möglich. Verdacht auf proximale Femurfraktur. Betroffene Hüfte möglichst nicht bewegen.

Fazit

Die Aufnahmen nach Lauenstein und Sven Johansson sind keine austauschbaren Varianten derselben Untersuchung. Die Lauenstein-Aufnahme eignet sich primär für elektive orthopädische und pädiatrische Fragestellungen. Sie ermöglicht eine gute Darstellung von Femurkopf, Epiphysenregion und Kopf-Hals-Übergang, erfordert jedoch eine deutliche Bewegung des Hüftgelenks.

Die Aufnahme nach Sven Johansson ist die geeignete axiale Projektion bei einer akuten Traumafragestellung. Das möglicherweise verletzte Bein kann weitgehend gestreckt und unbewegt bleiben. Die Untersuchung ist technisch anspruchsvoller und kann abhängig von Weichteildicke und Aufnahmetechnik eine höhere Strahlenexposition verursachen.

Bei komplexen Frakturen liefert die CT eine präzise Darstellung der knöchernen Morphologie. Bei radiologisch okkulten Frakturen, früher Hüftkopfnekrose oder Weichteilfragestellungen ist die MRI häufig überlegen. Entscheidend ist daher nicht die routinemässige Wahl einer bestimmten Projektion, sondern die konsequente Anpassung der Bildgebung an die klinische Fragestellung.

Die wichtigste Botschaft: Elektive orthopädische Fragestellung ohne akutes Trauma – an Lauenstein denken. Akuter Fraktur- oder Luxationsverdacht – die betroffene Hüfte nicht bewegen und Sven Johansson beziehungsweise Cross-table lateral wählen.

Häufige Fragen

Ist jede axiale Hüftaufnahme eine Lauenstein-Aufnahme?

Nein. „Hüftgelenk axial“ ist ein Sammelbegriff. Je nach Lagerung und Strahlengang kann damit eine Lauenstein-Aufnahme oder eine Cross-table-Projektion nach Sven Johansson gemeint sein.

Ist das sichtbare Foramen obturatum ein sicherer Beweis für eine Lauenstein-Aufnahme?

Nein. Ein weit dargestelltes Foramen obturatum ist ein hilfreiches Indiz, hängt jedoch auch von Beckenkippung, Rotation, Zentrierung und Einblendung ab. Entscheidend ist die Gesamtkonfiguration der Aufnahme.

Ist das sichtbare Tuber ischiadicum ein sicherer Beweis für Sven Johansson?

Nein. Die prominente Darstellung der Sitzbeinregion ist typisch, aber ebenfalls kein absolut sicheres Einzelkriterium. Die neutrale Stellung des betroffenen Femurs und der horizontale Strahlengang sind wichtiger.

Darf bei Verdacht auf eine Schenkelhalsfraktur eine Lauenstein-Aufnahme angefertigt werden?

Im Regelfall sollte darauf verzichtet werden. Die erforderliche Flexion, Abduktion und Aussenrotation kann Schmerzen verstärken und eine instabile Fraktur ungünstig beeinflussen. Die Cross-table-Projektion ist geeigneter.

Was folgt bei negativem Röntgen und weiter bestehendem Frakturverdacht?

Bei fortbestehendem klinischem Verdacht ist eine weiterführende Bildgebung erforderlich. Die MRI ist besonders sensitiv für Knochenmarködem und diskrete Frakturen. Eine CT ist eine rasch verfügbare Alternative und zeigt kortikale Frakturen sehr gut.

Ist die Dosis nach Sven Johansson immer höher als nach Lauenstein?

Nein. Aufgrund des längeren Strahlenwegs und der technisch schwierigeren Einstellung kann sie deutlich höher sein. Bei optimierter moderner Technik wurden jedoch auch vergleichbare effektive Dosen gemessen.

Welche Methode ist bei früher Hüftkopfnekrose am empfindlichsten?

Die MRI. Frühstadien einer Hüftkopfnekrose können im konventionellen Röntgen noch unauffällig sein.

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Dieser Beitrag dient der medizinischen Fortbildung. Die konkrete Wahl des Untersuchungsverfahrens richtet sich nach der klinischen Situation, den lokalen Standards, der Verfügbarkeit und der individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung.

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